Knecht saß heute morgen auf der Fensterbank und lehnte sich so weit zurück, dass ich es mit der Angst bekam und zugriff. Er lachte mich aus und meinte ich solle über die Vögel schreiben. Ich wusste nicht was er meinte, bis er mit dem rechten Zeigefinger auf ein Schwalbennest deutete, dass sich direkt unter unserer Dachrinne befand. Knecht sagte, die Schwalben nutzen solche schwer zugängliche Quartiere als Ausgangspunkt um in der Luft zu jagen. Schwalben profitieren vom Menschen, weil sie in den besiedelten Gebieten Nistplätze finden. Ich wollte wissen wieso ich darüber schreiben sollte.
Knecht meinte, das würde ich erst verstehen, wenn sie nicht mehr kämen im Sommer.
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Über mich
- halfdalf
- warum schreibt man eigentlich oder ist die Frage eher: warum schreibt man nicht? Geschriebene Worte sind Herzblutspenden, überlieferte Weisheit, in Stein gemeißelte Gefühle, mitgeteilte Gedankenblitze. Nervenpolaroids so manche, filigrane Gebäude die anderen. Wie sonst soll man sich durch die Seelenlandschaften finden? Durch die sonnigen Gärten, sandigen Strände, kühlen Wälder, Höhlen und Grotten der Seele? Geschriebenes ist wie eine Landkarte um den geneigten Leser durch die inneren und äußeren Welten zu leiten, mögliche Überschneidungen der Universen zu finden. Worte sind dabei die Lampe am Helm des Höhlenforschers, der Projektor auf dem die Filme der Vergangenheit und der Träume ablaufen. So manch Gedicht ist Balsam, die eine oder andere Geschichte das pure Leben, ein Artikel kann Wunder wirken, Poesie ist Zauberei und wer lauscht nicht gern dem Wort des Mimen? Worte die geschrieben sind erhalten eine zusätzliche Dimension im Vergleich zu gesprochenen, sie reiten in der Zeit. Das Hier und Jetzt gebannt in einem erstarrten Augenaufschlag, der beim Lesen wieder in Bewegung gerät, sich zur Gegenwart gesellt und erneut entsteht.
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