Knecht starrte auf den Touchscreen seines Smartphones. Es war schwarz, die Beleuchtung hatte sich schon vor Minuten ausgeschaltet.
"Smartphones sind die schwarzen Löcher unserer Tage". "Ihre Gravitation ist so extrem stark, dass es für den Betrachter unmöglich wird sich der Anziehung zu widersetzen."
Knecht meint: entgegen der landläufigen Auffassung könnten solche Schwarze Löcher doch Lichtwellen freigeben, in Form von gekauften oder kostenlosen Apps, die dann die Raumzeit soweit verformen, dass die Uhren langsamer laufen oder kurzzeitig stehen bleiben, wenn man sich mit dem Smartphone beschäftigt. Sobald man den Ereignishorizont des Gerätes erreicht hat, fällt man in das schwarze Loch, ohne es jemals wieder verlassen zu können.
Beispiele dafür sieht man im öffentlichen Raum, in U-Bahnen, Tram, Bus und beim Schlendern. Gefangene der Schwarzen Löcher nehmen unser Universum nicht mehr wahr. Inzwischen wird in den Labors an minimalen Anti-Schwerkraft Modulen gearbeitet, die die Smartphonebenutzer wieder dem Arbeitsmarkt zuführen sollen.
Knecht drückte den Powerknopf seines Smartphones: "Scotty, Energie!" und verschwand.
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Über mich
- halfdalf
- warum schreibt man eigentlich oder ist die Frage eher: warum schreibt man nicht? Geschriebene Worte sind Herzblutspenden, überlieferte Weisheit, in Stein gemeißelte Gefühle, mitgeteilte Gedankenblitze. Nervenpolaroids so manche, filigrane Gebäude die anderen. Wie sonst soll man sich durch die Seelenlandschaften finden? Durch die sonnigen Gärten, sandigen Strände, kühlen Wälder, Höhlen und Grotten der Seele? Geschriebenes ist wie eine Landkarte um den geneigten Leser durch die inneren und äußeren Welten zu leiten, mögliche Überschneidungen der Universen zu finden. Worte sind dabei die Lampe am Helm des Höhlenforschers, der Projektor auf dem die Filme der Vergangenheit und der Träume ablaufen. So manch Gedicht ist Balsam, die eine oder andere Geschichte das pure Leben, ein Artikel kann Wunder wirken, Poesie ist Zauberei und wer lauscht nicht gern dem Wort des Mimen? Worte die geschrieben sind erhalten eine zusätzliche Dimension im Vergleich zu gesprochenen, sie reiten in der Zeit. Das Hier und Jetzt gebannt in einem erstarrten Augenaufschlag, der beim Lesen wieder in Bewegung gerät, sich zur Gegenwart gesellt und erneut entsteht.
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