06.02.2009

Suppe

Knecht stand in der Küche und hackte Karotten. Er meinte wir leben in einer Zeit des Exhibitionismus. Einerseits verbarrikadierten wir uns hinter möglichst viel Oberflächlichkeit, würden nur noch konsumieren.
Andererseits sei es zum Volkssport geworden sich und andere vorzuführen, in Dschungelcamps, Big Brother Kommunen, Nachmittags Talk-Shows oder Dokusoaps. Alles würde verwurstet.

Unter dem Messer zerfiel die letzte Karotte in Scheiben und landete in der Minestrone.

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warum schreibt man eigentlich oder ist die Frage eher: warum schreibt man nicht? Geschriebene Worte sind Herzblutspenden, überlieferte Weisheit, in Stein gemeißelte Gefühle, mitgeteilte Gedankenblitze. Nervenpolaroids so manche, filigrane Gebäude die anderen. Wie sonst soll man sich durch die Seelenlandschaften finden? Durch die sonnigen Gärten, sandigen Strände, kühlen Wälder, Höhlen und Grotten der Seele? Geschriebenes ist wie eine Landkarte um den geneigten Leser durch die inneren und äußeren Welten zu leiten, mögliche Überschneidungen der Universen zu finden. Worte sind dabei die Lampe am Helm des Höhlenforschers, der Projektor auf dem die Filme der Vergangenheit und der Träume ablaufen. So manch Gedicht ist Balsam, die eine oder andere Geschichte das pure Leben, ein Artikel kann Wunder wirken, Poesie ist Zauberei und wer lauscht nicht gern dem Wort des Mimen? Worte die geschrieben sind erhalten eine zusätzliche Dimension im Vergleich zu gesprochenen, sie reiten in der Zeit. Das Hier und Jetzt gebannt in einem erstarrten Augenaufschlag, der beim Lesen wieder in Bewegung gerät, sich zur Gegenwart gesellt und erneut entsteht.