04.01.2009

WLAN

Ich saß mit Knecht im Zug nach Frankfurt/Main, ICE. Er hatte sein Notebook vor sich aufgestellt und beobachtete den WLAN Assistenten. Jedesmal wenn wir durch bewohntes Gebiet fuhren veränderte sich die Liste mit den erreichbaren WLAN Stellen. Da rutschten ein Haufen Fritzboxen und Speedports, Eumexe und wie sie alle hießen vorbei, manchmal hatte sie kryptische Namen, wie Fn_JHHG_09 oder Schweinchen01, die Liste bewegte sich, immer wieder kamen einige dazu und andere waren nicht mehr erreichbar.
Knecht meinte, wir könnten ein Bildschirm Video erstellen, Deutschland deine WLANS, mit ausgesuchten Strecken, z.B. München-Frankfurt oder Hamburg-Köln. Er phantasierte, wir könnten das Video dann auf Youtube stellen, so dass jeder nachschauen kann ob sein WLAN, so es an einer Bahnstrecke liegt per ICE sichtbar ist.
Dann kamen wir wieder in ländliche Gegenden, wo kein WLAN erreichbar war. Knecht klappte sein Notebook zu.

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warum schreibt man eigentlich oder ist die Frage eher: warum schreibt man nicht? Geschriebene Worte sind Herzblutspenden, überlieferte Weisheit, in Stein gemeißelte Gefühle, mitgeteilte Gedankenblitze. Nervenpolaroids so manche, filigrane Gebäude die anderen. Wie sonst soll man sich durch die Seelenlandschaften finden? Durch die sonnigen Gärten, sandigen Strände, kühlen Wälder, Höhlen und Grotten der Seele? Geschriebenes ist wie eine Landkarte um den geneigten Leser durch die inneren und äußeren Welten zu leiten, mögliche Überschneidungen der Universen zu finden. Worte sind dabei die Lampe am Helm des Höhlenforschers, der Projektor auf dem die Filme der Vergangenheit und der Träume ablaufen. So manch Gedicht ist Balsam, die eine oder andere Geschichte das pure Leben, ein Artikel kann Wunder wirken, Poesie ist Zauberei und wer lauscht nicht gern dem Wort des Mimen? Worte die geschrieben sind erhalten eine zusätzliche Dimension im Vergleich zu gesprochenen, sie reiten in der Zeit. Das Hier und Jetzt gebannt in einem erstarrten Augenaufschlag, der beim Lesen wieder in Bewegung gerät, sich zur Gegenwart gesellt und erneut entsteht.